Plastic Bomb #126: Punkrock Wellness ohne Anfassen

Das neue Plastic Bomb kondoliert wegen des Todes Torsuns von egotronic auf ihre Weise, indem er ein Cover bekommt und seine Meinungsstärke gelobt wird. Dazu gibt es postum nochmal Reviews seiner Alben. Ich persönlich konnte mit seiner Musik nie was anfangen, weiß aber von vielen Freunden, dass es ihnen anders geht und sie ihn als Menschen sehr schätzten. Der Reflektor-Podcast mit Jan Müller ging auch an mir nicht spurlos vorbei: Das muss wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein, der echt eine hammerharte Leidensgeschichte hinter sich hatte. Dass er wirkmächtig ist, zeigt auch das Interview mit Björn Peng von ARTISTS AGAINST ANTISEMITISM, die er mitbegründet hat. Neben der Notwendigkeit dieser Kampagne finde ich hier vor allem die persönliche Entwicklung von Björn Peng wichtig, der am Ende sogar genug rabenschwarzen Humor hat, um sogar das Joseph Beuys-Dogma „Jeder ist ein Künstler“ für eine Teilnahme zu bemühen. Gut ist es auf jeden Fall, dass hier in Deutschland da ein größerer Konsens herrscht als anderswo in der heilen Punkwelt. Man fragt ja besser nicht nach. Shane MacGowan kann ja auch nicht mehr antworten. Der bekommt auch seine Seite zum Gedenken. Gleich einen ganzen Film bekommt Otze von Schleimkeim von Jan Heck spendiert, der Hintergründe zur Entstehung des Films zum Besten gibt. Bonus-Material gibt es zum ausführlichen Interview im Ox mit Olaf von den Stage Bottles. DRITTE WAHL und OXO 86 überfliege ich nur. Ja, die sind zweifelsohne nett, aber hört sich die Musik wirklich noch jemand an? Ich kann mich nur an noch an Kaloreene erinnern. Was wohl Black Square dazu sagen? Ich finde keinen Hinweis im Interview, weiß aber warum es jetzt so wenig Hass im Netz gibt. marode jetten per Langstreckenflug vom Bauwagenplatz direkt nach Kolumbien, um dort den Way of Life zu erleben. Interessant! Inner Conflict weisen indes, sehr löblich, auf das größte Problem, den Klimawandel hin. Das Leben ist nicht nur in mir drin widersprüchlich: herrlich! Die groß beworbenen großen Festivals weisen auf prominent beworbenen Farbseiten auf die üblichen langweiligen Cis-Männer-Hauptbands hin, die im Heft immer wieder Seitenhiebe der Herausgeberin bekommen. So geht Dialektik in friedlicher Koexistenz. Ach ja, herzlichen Glückwunsch zum 30jährigen Jubiläum nachträglich!

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