GUITAR GANGSTERS – Fortune favours the brave

Klassischer Fall von langweiligem Punkrock! Und das ist keinesfalls despektierlich gemeint, denn schließlich ist diese Genrebezeichnung seinerzeit wohlwollend von Ise eingeführt worden, die damit die musikalischen Vorlieben der Punks von der falschen Rheinseite Duisburgs beschrieb. Musik, die unbeeindruckt von den Krisen der Zeit der Fels in der Brandung bleibt. Die GENERATORS, LURKERS und 999 sind solche Vertreter und MEGA CITY 4 wären es, wenn es sie noch gäbe. Die GUITAR GANGSTERS zählen zu eben jenen Prototypen von Bands, deren großer Jahrestag zweifelsohne einmal jährlich beim Rebellion begangen wird. Ansonsten touren sie beharrlich Jahr für Jahr und erfreuen die treue Fanbase alter dickbäuchiger Männer und Frauen mit feinen kleinen Melodien in bewährter Tradition in den kleinen Clubs; eher selten verirren sie sich in ein AZ. Das machen die Guitar Gangsters im Sommer dieses Jahres auch. Dabei haben sie sich selbst ganz gut gehalten. Offenbar sprechen sie nicht nur dem guten Leben zu.

Thematisch geht’s zielgruppengerecht mit seniler Bettflucht los, um dann aber die eigene Stärke und das Dasein an sich zu feiern. Mit dem Alter gewinnt man, wenn es gut läuft, etwas Weisheit und Wertschätzung für die kleinen Dinge in einer absurden Welt. Und so ziemlich genau in die Kategorie meiner Welt passt dieses Kleinod wunderbar.

Käuflich zu erwerben und zu streamen ist es hier.

Wohin mit dem Gefühl?

Pogendroblem im FZW

Mein erstes Livekonzert mit Zuschauern seit Monaten! In einer Halle! Ich spüre etwas, was ich schon lange nicht mehr gespürt habe: Ein Hochgefühl freudigster Erwartung. Freund Swen kommt auch mit, eine gute Gelegenheit unsere zahlreichen Meinungsverschiedenheiten ausgiebigst auf der Hinfahrt zu verhandeln. Eine Triggervokabel, wie “Identitätspolitik” reicht vollkommen für den gemeinsamen Wortschwall aus. Herrlich! Für uns jedenfalls. Weitere Mitfahrer hätten die Walldorf & Stadler – Nummer vielleicht eher befremdlich gefunden.

Das Setting vor Ort im FZW weckt dann das Trotzköpfchen in mir. Die zwei Wochen Wartezeit nach der zweiten Impfung habe ich um 3 Tage gerissen, was dem aufmerksamen Mann am Eingang bei der Impfpasskontrolle nicht verborgen bleibt. Mein Fehler, aber ich kann vor Ort direkt einen Schnelltest machen und komme so halt 20 Minuten später rein. Ein Fragebogen zur Rückverfolgbarkeit ist mit der Eintrittskarte abzugeben. Die bekannte Adresse-Telefonnummer-E-Mail-Routine. Reingehen dann bitte rechts, um zu den fest vergebenen Sitzpätzen geführt zu werden. Hinsetzen. Stehen ist möglich, aber bitte kein zu großer Abstand zum Stuhl, sonst kommt ein  Aufpasser und es gibt eine Rüge. Beim Bierholen bitte immer von rechts die Theke ansteuern und nach links den Thekenbereich verlassen. Freund Swen versucht es an der menschenleeren Theke von links und bleibt so leider ohne Getränk. Zwischendurchermahnungen wegen “wenn weg vom Stuhl, dann Maske” sind obligatorisch. Rausgehen zum Rauchen bitte wieder rechts. Ein- und Ausgang auf keinen Fall verwechseln.

Keine Frage, ich bin ein 100-%-Pro-Corona-Maßnahmen-Team-Merkel-Lauterbach-Drosten-Schlafschaf, ich bin ja nicht blöd und natürlich sagt mir mein Verstand, dass das alles so richtig und wichtig ist, wie es gerade halt laufen muss und ja, ja, die Security macht nur ihren Job, trotzdem steigt im Laufe des Abends mein Aggressionspegel ob des Sackes voller Regeln bedenklich.

Denn, hier sind wir Genesenen, Getesteten und Geimpften versammelt, um Punkrock zu hören und wir werden gegängelt und gleichzeitig findet das Super-Spreader-Event namens Europameisterschaft statt, wo all diese Regeln keine Rolle zu spielen scheinen. Warum macht man mein Spielfeld kaputt, während sich woanders 20.000 Leute versammeln dürfen, die auf die Regeln scheißen? Ich fühle mich extremst ungerecht behandelt.

Und dann sind Pogendroblem auch noch besser als je zuvor und machen trotz der beschissenen Umstände großen Spaß und ich würde gerne Swen, Matt und Vasco schubsen, darf aber nicht. Beim nächsten Mal will ich Schwimmnudeln, die ich den Nachbarn unter Wahrung des Mindestabstandes vor Begeisterung über den Schädel ziehen kann. Und besorgt unkaputtbare, federleichte Plastikstühle, die ich im Überschwang werfen kann. Von mir aus stelle ich sie danach auch unter Aufsicht artig wieder auf.

Natürlich Dank & Respekt an das FZW. Ich weiß ja, dass die die Regeln nicht machen. Nächstes Mal bringe ich eine Schwimmnudel mit. Okay?

 

 

 

 

 

Eisenpimmel- Viva la nix (alle 6 Seiten)

So, der Review für das neue Plastic Bomb ist jetzt fertig geworden. Und er ist so unfertig, wie nur jede Kritik am neuen Eisenpimmel-Album sein kann, denn hier handelt es sich um schlichtweg um Musikgeschichte. Daran werden sich noch viele die Zähne ausbeißen, weil hier steckt soviel Grips, Liebe und Genie drin, wie ich es noch bei kein Album Eisenpimmel-Viva la nixzuvor schreiben konnte. Und ich bin heilfroh, dass es auch ohne den – zweifelsohne vorhandenem – künstlerischen Überbau funktioniert. Ich hatte nämlich ordentlich Angst, Siggi und Bärbel könnten sich hier ordentlich verheben tun und so ein “gewollt, aber nicht gekonnt”-Album produzieren, dem man das Bemühen anerkennt, aber dem die Hits fehlen. Dem ist nicht so, denn hier wären mindestens ein dreckiges Dutzend Singleauskopplungen für die nächsten Jahre drin:

Ass im Ärmel bietet Punkrock mit Botschaft: ‘Würde ist ein Konjunktiv und das Letzte, was wir verlieren’.

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Die Beste Radioshow again

20150428_190726Vasco und ich waren wieder mal in Onkel Toms Hütte und haben eine phantastische Radiosendung aufgenommen. Läuft am 20.5.2015 auf www.radioduisburg.de und www.punkrockers-radio.de ab 20.05.

Wow, Schnappszahljubiläum!

Ich kann euch gar nicht sagen, was für ein großes Vergnügen die Aufnahmen mit Vasco und Tom jeden Monat sind.

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