OIRO und DIE STRAFE aus technischen Gründen im Hochfelder ZK

Strafe muss sein

Von langer Hand geplant, sollte gestern ein bunter musikalischer Reigen mit DIE STRAFE und OIRO im Indie stattfinden, der mit gewisser Vorfreude in Duisburg und Umgebung erwartet wurde. Kunz und Hinz hatten sich angesagt, DIE STRAFE, man munkelte es, sogar geprobt und OIRO den Drumcomputer geölt. Nicht so in Duisburg dachte man sich aber von Amtswegen her und schloss das Indie einen Tag vorher. Aus technischen Gründen, so hieß es, musste halt eine neue Spielstätte gefunden werden, was Veranstalter Andi B. nur ein müdes Schulterzucken kostete, ist doch Duisburg mit geeigneten Veranstaltungsorten gesegnet. Blitzschnell organisierte er eine Ausschreibung und den Zuschlag erhielt das grundsympathische ZK in Hochfeld. So oder so ähnlich muss es sich verhalten haben.

DIE STRAFE starteten den Abend mit alten Liedern, weil sie ja alt sind. Das kommt gut an, auch weil sie ja auch konsequente Entwicklungsverweigerer sind. Da erinnern wir Spätboomer uns an vergangene Feste wie Partys im Geschwister-Scholl-Haus in Neuss und hoffen darauf, dass man solche Dinge später auf unseren Demenzstationen für uns bitte bereitstellen soll. Also ich will zumindest keine Busstation, um zur Arbeit zu fahren. DIE STRAFE machen das ganz prima, Daniel zaubert wieder hervorragenden Sound und das Publikum schnalzt die Zungen angesichts der filigranen Darbietungskunst. Mit dem Einbau technischer Mängel, nicht nur in ihren Song „Strafe muss sein“, fliegen ihnen die Herzen und Lacher zu. Die üblichen Instrumentenwechsel sorgen für erstaunliche Wirkungen. Die Songs mit Hans Kopinski am Schlagzeug oder mit Hubba am Bass wirken wie vom andern Stern. Da ist nix mehr mit Kings of Rumpel, wie Matts anmerkt. Sie können also auch anders.

Wermutstropfen: Leider sagt großen Menschen niemand, dass sie groß sind und kleine Menschen klein. Und dass das ungünstig ist, wenn es quasi keine Bühne gibt und sie vorne stehen.

OIRO entern dann mit erstaunlichem Schwung die Bühne. Also dafür, dass Carsten noch vorher die Wunden vom vorherigen Auftritt in Köln leckte und eher so im Wachkkoma durch das ZK schlich. Was so ein bisschen Aufmerksamkeit und Publikumszuspruch doch aus einem Menschen machen können! OIRO also wie man sie kennt und schätzt. Ich persönlich mag es ja sehr, wenn sich der aufgekratzte Carsten auf das Spiel mit dem Publikum einlässt. Da sind die Lacher garantiert, was ja im gewissen Kontrast mit ihrem Schaffen steht, sieht man mal von „Fahr zur Hölle, MPU“ ab. Das Publikum geht mit und mit dem Oi Spießer endet der Spaß, den ich persönlich mit echtem Drummer noch etwas geiler finden würde.

Nachdem sich alle ihrer Existenz versichert haben, indem sie noch ein paar Getränke zu sich genommen haben, löst sich die Gesellschaft in die kalte Nacht auf.

 

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