Plastic Bomb 117: Die letzte Bombe vor der Inflation

Das neue Plastic Bomb kommt mit erwartbarem Inhalt: Die TOTE CRACKHUREN sind auf dem Cover und Luise wird von Schlossi per E-Mail im klassischen 2-Stühle-Eine Meinung-Format befragt. Der Taubenzuchtteil hat Neuigkeitswert, der Rest ist schon im Ox durchgekaut. Auf die Schnelle wurden ALARMSIGNAL noch – von wem auch immer – an die Tastatur geholt. Und ziemlich schnell wird mir klar, das ist alles nicht meine Welt. So belanglos ihre Musik in dem üblichen Hochglanz-Deutschpunk-Gewand herkommt, so sind es auch ihre Antworten auf – zugegeben! – ebensolche Fragen. Etwas mehr im Thema ist Basti mit seinem LOS FASTIDIOS-Interview, aber auch hier habe ich den Eindruck, dass die Antworten auch eine K.I. hätte geben können. Herzblut hängt hingegen im ‚Punk in Myanmar: Rebel Riot‘-Feature und im Punk in der Provinz-Teil mit Aktiven vom Brückenkopf in Torgau. Irgendwie scheint mir das die Parallelwelt zum AK 47 in Düsseldorf zu sein.

Sehr interessant ist das Interview mit David vom Presswerk DUOPHONIC, der mal einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Herstellung vom schwarzen Gold gibt. Die Wartezeiten werden hier noch mal sehr nachvollziehbar erklärt und die Aussichten scheinen mir hier auch keine Besserung zuzulassen. Wie ich letzte Woche schon empfahl, ruhig mal diesen trendigen Tonträger CD ausprobieren (Artikel hier).

Die GESCHICHTEN AUS DER GRUFT springen diesmal vom Drachenlord zu Alt Right-Begründer Richard Spencer und dann zur unheiligen Allianz von Rockwells American Nazi Party mit den Black Muslims. Der zynisch-ironische Sound von Basti führt mich zu Überlegungen, ob es uns als Menschheit überhaupt möglich ist, Fortschritte zu erzielen oder ob Dialektik nich gar das fundamentale Prinzip der Entropie ist. Das Scholzplaining gewinnt mal wieder mit solchen prophetischen Beschreibungen der Ampelkoalition mit Paragraph 37 der Straßenverkehrsordnung, nach der Rot oben, Geld in der Mitte und Grün unten ist. Außerdem rennt er mit Laschets Ehrenrettung zum Lach-Gate bei mir offene Türen ein.

Das Highlight in einem insgesamt recht unterhaltsamen Heft ist Ullahs Aufenthalt bei der ARD-Schlagerchallenge. Der junge Mann macht mit seiner Fantasie ein vermutlich extrem langweiliges Event zu einem Ereignis; lang habe ich nicht mehr so viel geschmunzelt.

Damit auch das Plastic Bomb einen Beitrag zur Inflationsrate leistet, eröffnet Ronja, dass das Plastic Bomb fortan am Kiosk soviel wie ein Liter Benzin, also 5 Euro, kosten wird. Der Abopreis bleibt wohl stabil, was ich persönlich eine richtig gute Idee finde.

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