Letzter Ausweg Kasse zwei

Oiro, Jonny Bauer – Versuch einer Würdigung der neuen Oiro-Platte

Versuch einer Würdigung der neuen Platte.

Das ist, weiß der Himmel, kein positiver Blick auf die Menschheit. Kleine Geschichten vom Scheitern im Spätkapitalismus, aggressiv, böse und zynisch, aber leider nur zu realistisch. Gefangen ist der Mensch in seinem Handeln, baut sinnlose Gebäude, hätte gerne welche, um wenigstens mal jemanden rauszuschmeißen. Begegnungen mit den anderen an der Kasse erzeugen maximalen Ekel. Was ist der Mensch? Im Zweifel der andere, der Ausländer. Der Drumcomputer treibt die Geschichten voran, unausweichlich, unbeirrbar und gnadenlos. Einziger Ausweg der Kurzentschluss. Zucker am Mittelfinger, den man der Gesellschaft zeigt, dafür Cola Zero in den Rum, so kann man es dem Establishment einschenken. Gibt schlimmeres, als wenn Oiro einen Song für dich machen. Dabei sind sie musikalisch so anpassungsfähig an die guten Entwicklungen, sind an den Grenzen des Rachut-Universums angekommen und naschen beim Phantom. Killer müssen nicht mehr nur waschen gehen, sondern rufen auch mal zu Hause an. Eine Platte zum traurig-schönen Eintauchen in die melancholische Uneigenheit, in die man sich flüchtet, wenn man doch dazugehören muss. Ich glaube, man kann sich auch an die zweite Kasse anstellen, wenn sie gar nicht besetzt ist und es auch nie sein wird.

Subscribe to our newsletter!

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*