10 Dinge, die Duisburg richtig gut macht

Überall Wasser hier!

Wie schön es wäre, Duisburger zu sein

Als alteingesessener Düsseldorfer mache ich mir das eine oder andere Mal Gedanken darüber, warum es woanders nicht so unfassbar schön wie in Düsseldorf ist. Dass respektive Duisburg und Düsseldorf mehr als nur ein Gartenzaun trennt, dürfte bekannt sein: Auf der einen Seite das real existierende Schlaraffia und der anderen die graue Realität von Gülsümblö. Zum besseren Verständnis des Vergleichs: Martin Auer fragt in einer kleinen Geschichte, ob denn die Bewohner des wirklichen Paradieses oder diejenigen, die sich dank rosafarbner Brillen im Paradies wähnen, die glücklicheren sind?

Vielleicht verhält es sich ähnlich mit den beiden Städten Düsseldorf und Duisburg, denke ich, nachdem ich einen RP-Artikel gelesen habe, in denen 10 Dinge beschrieben werden, die Düsseldorf richtig gut macht. Haben die Menschen hier etwa nur rosarote Brillen auf? Ist hinter dem Gartenzaun, jenseits von Angermund und Wittlaer möglicherweise das wahre Schlaraffia?

ÖPNV und die Ökobilanz

Im Artikel werden zuerst die Rheinbahnen genannt, die vollklimatisiert durch die sommerliche Hitze der Stadt tuckeln. Davon ausgenommen ist natürlich die U79, die gemeinsam mit Duisburg betrieben wird. Aber wer wird denn hier immer das Schlechte sehen? Zum einen sorgt die löchrige Taktung für angenehm zugige Aufenthalte an den schönsten Haltestellen Deutschlands und zum anderen ist da nicht die Frage, ob es angesichts des Klimawandels nicht sinnvoller ist, die Fensterlüftung zu nutzen, wie das seit Corona Usus ist. Die Ökobilanz spricht hier eindeutig für Duisburg. Und das obwohl, das wird die Antideutschen freuen, die Grünen dort stabil unter 10% liegen.

Lastenradterror vs. vernunftorientierte Autostadt

Zweiter Punkt: Mobilitätsstationen sprießen in Düsseldorf angeblich aus dem Boden. Dort kann man sein Lastenrad bequem parken und einen Platten ebenso bequem reparieren. So die Rheinische Post weiter. „Alter!“, schreie ich, Lastenräder, die SUV für den Hipster, donnern hier eh in jeder Fahrtrichtung über schmale Fuß- und Radwege. Und als ob eine von den Eierpfeilen jemals einen Platten selbst geflickt hätte? In Duisburg hingegen wird die Stadt noch autogerecht gedacht, Parkhäuser zum Spartarif von maximal zwei Euro pro Stunde in der Innenstadt.

Wasser, überall Wasser

Trinkwasserbrunnen sind das Nächste, was angebracht wird. Und ich frage mich ehrlich, ob ich so ein Teil schon gesehen habe. Und einen Tag später stolpere ich beinahe über einen solchen. 1,5 Liter Wasser versickern dort pro Minute ins Grundwasser. Da frage ich mich, ob man da nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen kann. Soweit ich weiß, hat in Duisburg JEDER einen Wasseranschluss. Außerdem braucht man in Duisburg kein Grundwasser und man trinkt Bier, wenn einem zu warm ist.

Öffentliches Urinieren

City-Toiletten sind auch so ein Ding. Auch hier stellt sich die Frage, ob die Immobilienpreise in Düsseldorf es nicht zulassen, dass man eigene sanitäre Anlagen hat. Zudem kann man in der Altstadt doch prima in die Kneipen gehen, um zu pinkeln, wenn man an den Büdchen billig zu trinken eingekauft hat. In Duisburg sind außerdem die Parks grundsätzlich als öffentliche Toiletten freigegeben, wie ich neulich am Asibeach an der 6-Seen-Platte riechen konnte.

Duisburg am See

Dann kommen die Wasserspielplätze. Irgendwie hat man es hier in Düsseldorf mit Wasser. Also werden schon die kleinen Kinder dort zum Spielen zurückgelassen. In Duisburg weiß man um die Gefährdungen durch Wasser und lässt die Kinder, wie es sich gehört, am Handy zurück. Und wenn, dann baut man dort die Schwimmbecken direkt in die Innenstadt. Nimm das, Keller! Außerdem läuft die Kanalisation dort doch eh‘ bei jedem Schauer (FRÜHER HAT ES AUCH GEREGNET!!!!) über. Da ist dann genug Wasser. Man sollte doch meinen, in Düsseldorf wäre das bekannt: always remember Ostpark!

Bauwahn im Namen von Bildungsgerechtigkeit

Dann kommt die RP zum Modethema, dem Düsseldorfer Schulneubau: Hier macht man in der Landeshauptstadt erneut Zugeständnisse an das junge Hipsterpublikum mit den scheiß Lastenrädern: Natürlich in Oberbilk wird gerade ausgerechnet ein Gymnasium, das natürlich auch noch Wim Wenders Gymnasium heißt, mit einem neuen Palast ausgestattet. Geht so etwas Bildungsgerechtigkeit? In Duisburg hingegen sind alle gleich, also fast zumindest… anstatt gleich bei jeder kleinen Reparatur eine neue Fläche zu versiegeln, werden die Gebäude nachhaltig genutzt. Früher saßen in den Schulklassen auch mal 40 Schüler. Und hat das geschadet?

Bevormundung vs. Eigenverantwortung

Sport im Park bietet in Düsseldorf  Yoga und Fitness. Ja, sind wir denn in China? 39000 Teilnehmer zählte man anno 2023 hier. Hat jemals jemand gezählt, wie viele Duisburger das beliebte Grillen im Park betreiben? Von nah und fern zieht diese Festivität Besucher und sorgt für gemütliches und stimmungsvolles Beisammensein in Duisburg. Das ist doch der Spaß, den die meisten vorziehen, bevor sie in der Hitze rumschwitzen. Und das muss nicht von oben von der linksgrün versifften Gesundheitsobrigkeit verordnet werden. Man muss den Menschen einfach nur etwas Selbstständigkeit zutrauen, dann bleibt eine Stadt auch gentrifizierungsfreie Zone.

Bildungsferne in der Modestadt

Die Zentralbibliothek am KAPI, fabuliert die RP die mangelnde Lesekompetenz weg, sei mehr als nur ein Ort des Bücherstöberns, sondern dort würden chillende junge Leute Kaffee trinken und ihren Homeoffice-Job betreiben. Okay, ich lese das so: Man ist in Düsseldorf also stolz darauf, keine Bücher zu lesen und stattdessen am Handy zu daddeln. Und die Wohnungen sind zu klein und haben kein Wasser und Toiletten, so dass dort kein Homeofficebetrieb möglich ist.

Ein Fall für den Bund der Steuerzahler: Kitas

Gratis-Kitaplätze ab dem dritten Lebensjahr sind der Punkt neun. Schon klar, schonmal mitbekommen, was die Bedürfnisse einer überalterten Bevölkerung wirklich sind. Junge Menschen machen nur einen winzig kleinen Teil der Bevölkerung aus. Die Mitte Deutschlands wünscht sich kostenfreie Pflegeheime und eine stabile Rente. Wer sich Kinder gönnt, sollte sich die gefälligst auch leisten können und nicht noch dafür belohnt werden, sie umsonst verwahren zu können. Notfalls kann man die ja auch auf einem Donotskonzert oder beim Ruhrpott Rodeo verklappen! Kostet zwar auch etwas, aber nur der Tod ist umsonst.

LoPa vs. Rheinkirmes

Großveranstaltungen sind dann der letzte Punkt, den die RP anbringt. Hm, schon klar, denke ich, da ist man in Duisburg richtig eifersüchtig drauf. Rheinkirmes, Feuerwerk etc., das kann wirklich niemand so gut wie Düsseldorf! Hatte ich ja oben schon geschrieben, in Duisburg wächst sowas von alleine. Und auf diese Kraft setzt man in Duisburg seit der Loveparade auch. Da wird sogar mit Waffenverbotszonen kreativ umgegangen, wie das letzte Stadtfest (mit Dschingis Khan!!!!) zeigte. Dort verkaufte man auf dem Stadtfest gleich Jagdmesser, anstatt mit publikumswirksamen Racial-Profiling-Aktionen in der Altstadt für Pseudosicherheit zu sorgen. Stichwort Eigenverantwortung! Die nimmt man in Duisburg ernst!

Und wenn ich jetzt diesen kleinen Blogbeitrag schließe, blicke ich beinahe etwas neidisch auf den grauen Nachbarn im Norden. Dabei sind all die tollen Dinge, über die man hier ungern redet, wie Schrottimmobilien, mehr CO2-Emission als Slowenien, Bärbel Bas und Felix Banaszak, Aufstieg in die dritte Liga mit Billiggucken bei Magenta sowie Lack und Chrom, noch gar nicht besprochen. Wie schön wäre es Duisburger zu sein, denke ich mir….

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