Joachim seine kleine Ox-Kolumne „Punk-Traditionen“ gibt es jetzt zusammengepackt in ein kleines Büchlein mit erstaunlich großer Schrift und reichlich Illustrationen von Rautie. Gleich 50, größtenteils erheiternde, Geschichtchen funktionieren gut zusammen. Wer Joachim kennt, weiß, dass es hier keine Bösartigkeiten gibt, dafür viel wohlwollendes Augenzwinkern. Der Macher kennt sich schließlich aus, hat mindestens 40 der 50 Jahre Punk mitgeprägt. Zwar möchte Joachim nicht als Punk-Opa, der vom Krieg erzählt, gelesen werden, aber ich muss sagen, exakt so klingt das nunmal, wenn man die kleinen Späße über Springerstiefel, Doc Martens, Vans, Lederjacken, Domestos-Jeans, Stachelhaare, Pogo etc. so liest. Und natürlich ist das eine Brauchtumspflege, wenn in der Art über eine Bewegung gesprochen wird, die mal Schrecken der Gesellschaft war, aber im absoluten Mainstream, inklusive musealischer Bestattungskultur, angekommen ist. Aber Joachim ist halt Joachim, und ich denke mir, das sind ja jetzt keine schlechten Menschen, im Gegenteil. Ein Stück weit muss man halt froh sein, dass diese Generation die Gesellschaft ein wenig geöffnet hat. Und mit der entsprechenden Haltung fügt man den Geschichten im Geiste eigene Erlebnisse zu, entwickelt in der Rückschau Toleranz für jüngere Menschen, weil die Codes einfach so austauschbar sind. Und wenn vielleicht ein paar Kapitel in einem Buch über die Gen Z, dass in 50 Jahren erscheint, auch die Titel „Abgrenzung“ und „Was uns wichtig ist?“ trägt, dann wäre das nicht überraschend. Wovon werden dann wohl die anderen Kapitel handeln? E-Scooter, TikTok, Gen Z regelt und Snapchat?
Ein Geschenk, mit dem man jedem Rodeo- und Rebellionbesucher sowie Butterfahrer eine Freude macht, gerade auch, weil der dunkle Teil nur in der Kleidung eine Rolle spielt.

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