Am Tag, als es kein Benzin mehr gab

Ein paar Milchmädchenrechnungen zum Thema Abzocke an der Tanke

Alle Jahre wieder, das Geschrei des Pöbels über die Preise des Benzins an der Zapfsäule. Schlagzeilen, Empörung und Schnappatmung. Das arme Opfer muss leiden, alle sind auf einmal Krankenschwestern, systemrelevante Niedriglöhner, die den Laden am Kacken halten und unbedingt auf ihr Automobil angewiesen. Schließlich ist jede Fahrt unverzichtbar. Nahezu alle werden durch böse körperliche Einschränkungen dazu gezwungen, selbst Distanzen unter 5 Kilometer mit dem Auto zu fahren, die in Großstädten rund 40% aller Fahrten ausmachen. Aber natürlich wohnen alle auf dem Land, wo der Bus nur einmal am Tag fährt. Kinder müssen in die Schule gebracht werden, weil die kleinen Beinchen nicht bis zum Bus kommen oder gar keine zwei Kilometer laufen können. Fahrrad geht ja sowieso nicht, weil zu viele Autos der Tod des Radfahrers sind.

Dabei besang ja Roberto Blanco schon vor Jahrzehnten den Tag, als es kein Benzin mehr gab. Der Tag war gar nicht sooo schlecht, wie es meine persönliche Meinung ist. Aber der Fetisch Auto ist tief verwurzelt in uns. Wir liefern uns für ein bisschen Öl den Autokratien dieser Welt aus und wenn es Versuche gibt, sich aus Abhängigkeiten zu lösen, kommt eine Reiche ums Eck und schwafelt was von Technologieoffenheit.

Ist schon klar, es soll halt alles so bleiben wie es ist? Was soll sonst aus der Premier League werden?

Nein, ist schon klar, wir kommen selbst schwer da raus. Ich selbst fahre ja leider auch so ein Automobil, bin aber froh um jeden Kilometer, den ich mit dem Fahrrad substituiere. Die 20 Kilometer zur Arbeit sind echte Lebensqualität für mich. Meine Liebste kann bestätigen, dass meine Laune extrem steigt, wenn ich die Pendelei nicht mit dem Auto erledigen muss. Die Waage belohnt es auch und die Krankenkasse liebt den Trick.

Aber mal ein paar Rechnungen zum Thema Auto, die ich mit Le Chat durchgerechnet habe. Was kostet so ein Auto überhaupt? Das heißt, wie viel Wohlstandsverlust ist es uns Wert ein Auto zu fahren?

Nehmen wir mal einen Neuwagen-Benziner, der uns 15.000 Euro kostet, den wir 20 Jahre fahren. Der kostet jeden Bürger, ob Klimakleber oder AfD-Wähler oder dazwischen, zwischen 130 und 310 Euro jeden Monat, wovon 22-45% durch Steuereinnahmen (Energiesteuer, Mehrwertsteuer und KfZ-Steuer) gedeckt sind. So viel also zur Opfererzählung, dass der Autofahrer für alles herhalten muss.

Aber ein solches Auto kostet einen 288 Euro monatlich bei einem Benzinpreis von 1,70 und 6 Liter Verbrauch. Steigt der Spritpreis auf 2 Euro kostet der Spaß schon 306 Euro und bei 2,50 Euro sind 340 Euro fällig. Ganz schön viel Schotter. Und jetzt sind wir mal ehrlich, wer fährt ein Auto 20 Jahre und wer gibt nur 15.000 Euro für ein Auto aus, dass er so lange fahren kann?

Also dieselbe Rechnung für ein Auto, dass 30.000 Euro kostet. Da reicht die Spanne schon von 403 bis 455 Euro. Und auch das ist eine ziemlich defensive Kostenrechnung. Wenn die Karre nur 10 Jahre gefahren wird, dann sind es über 100 Euro monatlich mehr. Reifen, Reinigungs und Finanzierungskosten sind übrigens gar nicht berücksichtigt.

Und wenn man das mal so zusammenrechnet, dürfte das der größte Batzen Geld im Monat sein, der dafür rausgeschleudert wird, um von A nach B zu kommen. Da kann man die Wut schon mal verstehen, wenn der Radfahrer an der Ampel rechts an einem vorbeifährt.

Aber wenn man isoliert den Benzinpreis in den Kosten betrachtet, lässt sich hier ganz schön schrauben. Tempo 100 senkt den Verbrauch um bestimmt 20%. Eine Fahrt mit dem Rad den Verbrauch gar um 100%. Fahrgemeinschaften können auch helfen. Übrigens senkt jede Fahrt auch die Kosten für die Allgemeinheit. Von so schlimmen Themen, wie Klima, Verkehrstoten und ähnlichen linksgrün-ideologisch-versifften  Buzzwords mag ich gar nicht reden.

Vorsicht, IDEOLOGIE!

Und by the way, was die Benzinkosten angeht, rechnet man die technische Entwicklung mit ein, die einen geringeren Kraftstoffverbrauch ermöglicht, so bewegt sich die Preissteigerung im Portmonee im Schnitt zwischen 2004 und 2024 ungefähr bei der Inflationsrate.

Also lass die Karre ruhig mal stehen!

Screenshot

* Die gerechneten Zahlen sind alle überschlägig gerechnet. Man wird über den einen oder anderen Euro in die eine oder andere Richtung streiten können. Aber die grundsätzliche Tendenz dürfte das nicht berühren.

 

 

 

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