Ox Kochbuch Nummero 6

Exakt vier Kochbücher der vegetarisch / veganen Küche befinden sich jetzt vorübergehend in unserem Haushalt. Eins davon ist – zugegeben! – verbrannt oder gehört so und wird entsorgt. Allerdings kauft selbst ‚refurbed‘ oder ‚momox‘ das Teil nicht an.
Um ehrlich zu sein, kein einziges Buch davon ist selbst gekauft. Der Markt für Kochbücher ist also, streng wissenschaftlich hergeleitet, ein Geschenkemarkt. Und damit scheint es sich nicht so schlecht zu leben. Schließlich wissen beispielsweise meine Arbeitskollegen nur von mir, dass ich teilweise ein merkwürdiger Kauz bin, dem sie, warum auch immer, mal etwas schenken wollen. Also landet im Bemühen um einen Treffer da schon mal ein Kochbuch von Attila Hildmann (von 2015) oder Marion bekommt das Ox Kochbuch Teil II (von 2000). Das ist dann ja auch ein netter Versuch nett zu sein. Von den ersten zwei Ox-Kochbüchern haben wir damals beim Plastic Bomb auch Berge verkauft. Und ich glaube, dass das nicht nur Geschenke waren. Schließlich befanden wir uns damals schon in einer Blase, die moralisch besser sein wollte als die Anderen. Das Internet steckte vergleichsweise in den Kinderschuhen und gute Rezepte waren nicht einen Mausklick entfernt. Es reichte meistens auch schon aus, vegetarisch zu leben, um zu den Guten zu gehören. Außerdem gab es lang nicht so viele Angebote bei Discountern und Supermärkten, so dass es manchmal gar nicht so einfach war, bewusst auf Fleischabfälle zu verzichten. Fertiggerichte mussten akribisch nach Gelatine etc. durchforstet werden und auf Familienfeiern gab es Hühnchen oder Fisch, weil man ja wusste, dass da einer ist, der keine Tiere isst. Sich zu erklären war an der Tagesordnung, und außerdem musste man selbst beweisen, wie abwechslungsreich Küche ohne Fleischlappen auf dem Teller sein kann. Heute hat sich viel getan, aber die meisten Menschen ernähren sich immer noch falsch. Das gehört wohl zu den Dingen, die sich zu langsam ändern, um die Welt noch zu retten. Neulich wurde beispielsweise an der Schule, an der ich arbeite, gegen die Stimmen der Schülervertreter die Einführung einer Skifreizeit beschlossen. Kein Witz, aber ein anderer Text. Musste ich nur mal loswerden!
Jetzt aber hin zum sechsten Kochbuch: Das ist mittlerweile (im Vergleich zum zweiten) rein vegan. Die Musiktipps gibt es zu den Gerichten aber weiterhin frei Haus mitgeliefert. Neben der ethischen Komponente gibt es Tipps von Niko Rittenau zur richtigen Ernährung, die gerade dem Einsteiger auch wichtige Informationen mit auf dem Weg geben, der Angst hat, eine nicht vollwertige Kost zu sich zu nehmen. Man muss das ja häufig hören, dass Fleisch nur gegessen wird, um hier nicht der Lebensmittelindustrie auf den Leim zu gehen. Das beliebte Carrageen in pflanzlichen Fleischersatzprodukten ist ja so ein Beispiel. Aber gute Ernährung erfordert eben einen mündigen Menschen. Und da setzen Uschi Herzer und Joachim Hiller gerade zu Beginn drauf. Sie erklären und klären auf, aber kurz und knackig. Überhaupt, mit dem Ox Kochbuch im Rücken und etwas Zeit, lässt sich der Bequemlichkeit, zu Fertigprodukten zu greifen, ein Schnippchen schlagn. Und ich nehme mir fest vor, jetzt einmal Käseersatz selbst herzustellen. Auch mein Käsekuchen konnte Marion bisher nicht überzeugen und ich werde mit Uschis Rezept in den Ferien einen neuen Anlauf unternehmen. Oft sind es ja einzelne Zutaten, die mir bisher fehlten. Ich bin ja schließlich Autodidakt in der Küche und habe immer nur rumprobiert. Kala Namak und Hefeflocken muss ich da unbedingt einbauen. An welchen Stellen ich das tun kann, das finde ich hier schnell. Natürlich ist das Wissen, das ich mit zwei Klicks im Netz schnell bekommen könnte, aber ich hätte ja gar nicht gesucht: Bequem wie ich bin, war ich zufrieden. Jetzt bin ich zufriedener, oder hoffe es.
Das Buch würde ich jetzt nicht nur als Geschenk weiterempfehlen. Kaufen könnt ihr es hier.
Übrigens mein Lieblingsgericht: Tofu-Nudeln: Zwiebeln mit Tofu in Sonnenblumenöl anbraten, Nudeln (egal ob Spagetti, Penne oder was auch immer) gekocht und abgetropft dazu in die Pfanne, reichlich Knoblauch und Habaneros am Ende mit etwas Olivenöl und Salz dazu. Fertig! Kann ich fünf Tage die Woche essen. Und Abwechslung gibt es, wenn ich Restgemüse wie Spargel oder Zucchini mit anbrate oder mal Tomatenmark mit dazugebe oder mit irgendwelchen Gewürzen aus dem Regal, die da sind, verändere.

 

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