The Damned – Not like everybody else
Coverbands ist die Zukunft drohten dereinst die Apologeten des Kölschrocks Chefdenker und liefern tun THE DAMNED mit ‚Not like everybody else“.
Freilich wird man sagen dürfen, dass die das dürfen, schließlich haben sie dereinst Barry Ryans ‚Elouise‘ groß gemacht und sind auch sonst eher recht als schlecht gealtert. Sprich: sie haben den ein oder anderen Hit immer noch rausgehauen, verfügen über Witz und Eigensinn. Sie geben Interviews, die Spaß machen und ärgern ihre Fans auch mal. Zu der letzteren Kategorie muss man wohl dieses Album zählen, mit dem sie diese Tage hier auch rumtouren.
Und ich stelle mir schon den Kampf vor, mit dem die Die-Hard-Fans dieses gänzlich misslungene Album feiern zu versuchen werden. Dazu gehört sicher tausendfaches Hören, um hier irgendwie in den Fluss zu kommen. Nur warum sollte man das tun?
Schon beim ersten Hören beschleicht einen das Gefühl, dass der Produzent taub war und die Band eigentlich kein Bock mehr hatte. Okay, eine Coverversion von The Damned zu erwarten, die eine eigene Note hat, ist wohl etwas viel verlangt. Aber das hier?
Komplett uninspiriert werden Songs ihrer Seele beraubt. Wie man den Titeltrack der Kinks zum Beispiel so runterdudeln kann, wie man ihn von einer Coverband auf einem Kreuzfahrtschiff erwarten würde, und das auch noch veröffentlichen muss, erschließt sich mir nicht. Wie man das richtig macht, das haben Pascal Briggs und Fisch vor fünf Jahren eindrucksvoll gezeigt. So ein Song verpflichtet zur Gänsehaut. Das hier wird gedudelt wie Peters ‚The $hit Factory‘. Vielleicht haben das einige der hier kredenzten Stück verdient, wie es die Stock, Aitken und Waterman Töne taten. ‚Summer in the city‘ ist ja so ein Song aus der Hölle des Oldie-Radios, in der The Lovin‘ Spoonful zu Recht schmoren. Eric Burdons ‚When I was young‘ hat mein Musiklehrer Herr … irgendwas mit G oder Gü … für mein Leben zerstört. Okay, da können The Damned nichts für. Aber dem Song gönne ich es, so zerstört zu werden.
Bei Pink Floyds ‚See Emily play‘ bin ich mir noch uneins, ob ich die Karriere als Antisemit mit einbeziehe. Das überlasse ich dem Leser.
Bleibt unterm Strich ein Album, an dem das Schlimmste ist, dass sich die Fanbase daran klammern wird, es schönreden und verklären wird. Dabei gehört sie auf die Müllkippen der Stadtfeste, die die Einöde zwischen New Yorkers, KIK und Saturn aufhübscht.

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