Fakoma, Dögmen, Knifemare im Sonic Ballroom

Wer kennt es nicht: du freust dich seit Wochen auf ein Konzert, dann ist endlich Freitag und dich überfällt am frühen Abend eine unglaubliche Müdigkeit (weil du schon seit 7.30 Uhr auf den Beinen bist). Kurz war ich geneigt, den Konzertabend sausen zu lasse, doch hielt dann dagegen. Mit dem Titelthema des 80er-Movies „Predator“ auf dem Ohr verließ um kurz nach acht das Haus und zog strammen Schrittes Richtung Sonic Ballroom. Das Konzert war bereits seit einer Woche ausverkauft. Das Publikum erschien pünktlich und war erfrischend jung, alle älteren Personen waren ohnehin wieder zu NAPALM DEATH in die Essigfabrik gepilgert. Auffallend war die Dichte an Oberlippenbärten, wird in diesem Flügel der Szene anscheinend ironisiert getragen, genau wie Vokuhilas, Ballonhosen sowie eine Mischung aus 80er-Gothic- und Heavy Metal-Style. Den Anfang machten KNIFEMARE, die mein persönlicher Höhepunkt waren. Ich hab schon lange nicht mehr so Granate im Harcore-Punk gehört, dazu noch aus Köln. Vor der Bühne gab es sofort Bewegung, übrigens ausschließlich FLINTA-Pogo, ohne dass das vorher groß inszeniert werden musste. Wie ich später erfuhr, handelte es sich um den zweiten Gig der Band, war sich nicht bemerkbar machte. Ohne viel Zeit zu verlieren bestiegen danach DÖGMEN aus Belgien die Bühne und setzten fort, was KNIFEMARE musikalisch begonnen hatte. Schneller HC-Punk, ab und zu mit Groove und Melodie an der richtigen Stelle. Der Song“All men must die“ war der Tritt mit dem Stahlkappenstiefel in die Fresse all der boomernden weißen CIS-Mitte-Rechts-Vollpfosten im Punk-Genre, die meinen, sie hätten noch die Deutungshoheit über alles (oder überhaupt irgendeine Bedeutung). FAKOMA ließen sich ein wenig mehr Zeit, aber nur, um anschließend das Publikum zu zerlegen. Der maskierte Keyboarder griff immer wieder selbst ins Pogogeschehen ein, welches mittlerweile fast den ganzen Raum einnahm. Schneller, dreckiger Punk mit HC-Momenten. Gehören derzeit zu Kölns besten Bands und wie viele andere in der Pandemie entstanden. Ich bekam beim Konzert seit langer Zeit mal wieder was aufs Gesicht und musste deswegen heute erstmal zum Optiker, Brille richten. Da weiß man, wo man gewesen ist. 

https://fakoma.bandcamp.com/album/fakoma-s-t

https://knifemare.bandcamp.com/track/suprise-attack

https://dogmenhardcore.bandcamp.com/

 

Nils S.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1.  

Subscribe to our newsletter!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*