PaddelnohneKanu – Niemand liebt dich (mehr)
Alles gut, ich will nicht mehr warten. Diesen Morgen muss es passieren, pADDELNoHNEkAHNU liegt schon zu lange hier und schaut mich an, klagt mich an. Mit dem schönen Gänseblümchen auf dem Cover. „Niemand liebt dich (mehr)“, höhnt es herum. Ich hör doch jetzt Jazz! Musik soll mich inspirieren, das kann die letzte scheiß Platte. Reviews schreiben ist blöd, vor allem, wenn die Platte so gut ist, dass der Narziss in mir schweigt. Das Spiegelbild verblasst, wenn ich das höre. Ich hatte vergessen, dass Punkmusik auch noch etwas auslösen kann. Musik, die den Mut hat, Geschichten zu erzählen, ohne sie mir aufzudrücken. Klar, ohne Boxhamsters-Vergleich kann ich das nicht schreiben, aber das zeigt, nur wie wenig so ein Review (von mir) wert ist. Habe sowas schon millionenmal geschrieben und vor Langeweile muss der Leser dabei beinahe eingepennt sein. Dafür, dass die Sprachlosigkeit, obwohl man doch was zu sagen hat, die Platte einleitet, kriegen sie das doch richtig gut hin. Sie fangen dieses klaustrophobische Gefühl in seiner tragikkomischen und surrealen Dimension ein. Dieses Verschwimmen von Wahrheit und Wirklichkeit, dass die Gefahr birgt, sich lächerlich zu machen, wenn man etwas sagt, dass sich der binären Logik des Jetzt widersetzt. Klug inszeniert Zwischentöne, die nicht den Raum zwischen Wut und Empörung füllen. Wie ist das, wenn es so weiter geht? Dann bist du selbst das Opfer. Und das ist gar nicht so eindeutig. Das allgegenwärtige Aber trifft auf jede Menge Dochs. Finde den aus der Hüfte geschüttelten Vortänzer, Klein + Aber und Ich, Opfer richtig, richtig gut. Aber natürlich sollt ihr das nicht nur lesen, und die Band soll sich freuen, dass meine bescheidene Meinung eine gute ist. Nein, ihr sollt die Platte, ja ausnahmsweise auch Vinyl, CD gibt es leider nicht (KRITIK!!!), kaufen. Die Platte ist es wert, nicht nur schnell digital durchgezappt zu werden. Es lohnt sich, die Handschrift zu entziffern, die Bandkommentare mitzulesen, dabei das Gefühl zu bekommen, dass das auch ernst gemeint ist und dass die Musik so viel mehr hat als bloßes Aneineinandergeschrammel.

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